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Meteorologische Jahresberichte Stuttgart Hohenheim



Klima- und Wetterstation Stuttgart Hohenheim

Die Witterung im Jahr 2007


Meteorologischer Jahresbericht für Stuttgart Hohenheim
herausgegeben vom Institut für Physik 120, Universität Hohenheim, Garbenstr. 30, 70599 Stuttgart /Tel.: 0711/459-22797 Nr. 13, Jg. 130; Ingeborg Henning-Müller.

 

Das Jahr 2007 war in Hohenheim um 1,7°C zu warm (das 3.-wärmste Jahr zusammen mit 2003), der Niederschlag erreichte 105 % der Norm und die Sonnenscheindauer betrug wie im Vorjahr 111 % des langjährigen Mittels.

(Die folgenden Vergleiche mit dem langjährigen Mittel beziehen sich ab 1991 immer auf den Zeitraum 1961-90) Zur Erinnerung: Eistag (Max.<0°C), Frosttag (Min.<0°C), Sommertag (Max.>25°C), heißer Tag (Max.>30°C).

Der Winter 2006 / 2007 (Dez.06, Jan.07, Febr.07) war um 4,0°C milder und somit der wärmste Winter seit 1878, er war etwas niederschlagsreicher (102 %) und sehr sonnig (121 %). Es wurden nur 27 (Negativ-Rekord) statt 58 Frosttage und 5 statt 19,5 Eistage beobachtet. Von den 50 Niederschlagstagen schneite es an 5. An 7 Tagen statt 34,3 lag eine Schnee-decke am Boden (Jan.).
Der Dez. 2006 war sehr mild, niederschlagsarm (ohne Schnee), es war der zweit-sonnigste Dez. ab 1893. Es folgte der mildeste Jan 07 ab 1878 (Abw.: +5,1°C), er war trüb und stürmisch, vom 24.-30.01.07 lag eine Schneedecke am Boden (max. Höhe 21 cm am 24.01.07, bei Verwehungen 30 cm). Der Febr. 07 war ebenfalls mild - feucht, teils sonnig und stürmisch. Es schneite nicht mehr. Die Vegetation war durch die extrem milde Witterung um rund 3 Wochen verfrüht:: Hasel blühte am 19.01.07, Schneeglöckchen am 14.02.07.

Das Frühjahr 2007 (März, April, Mai 07) brach etliche Rekorde: es war das wärmste (Abw.:+3,4°C) und zugleich sonnigste (150%) Frühjahr unserer Klimareihe. Die Anzahl von 13 Sommertagen war auch ein Extrem. Der Niederschlag betrug 97% der Norm.
Einem meist mild-sonnigen März (außer 19-25.03.07, mit Schneehöhen bis 10 cm), viel Niederschlag folgte ein Rekord-April: es war der wärmste (Abw. +5,6°C), sonnigste (344,3 Std.) und zweit-trockenste (0,5 l/m2) April. Der Mai verlief wärmer, sonniger, nasser als erwartet. Der Vegetationsvorsprung betrug nun 1 Monat, die Vegetation explodierte förmlich, nur der Wassermangel setzte vor allem Getreide und Mais zu. Der Mai reduzierte das Wasserdefizit. Die Blüte der Weinreben setzte ungewöhnlich früh ein (21.-22.05.07).

Der Sommer 2007 war bei sehr wechselhafter Witterung um 1°C zu warm, der Niederschlag zeigte einen Überschuß von 14 % und die Sonnenscheindauer war geringer als erwartet (95 %). Es gab 28 statt 25,4 Sommertage und 4 heiße Tage. Es wurden 56 statt 44 Regentage, davon 21 (statt 18,4) Gewittertage beobachtet.
Der Juni war sehr warm und verregnet. Der Juli war wechselhaft, trüb und mit viel Regen. Der August setzte das wenig sonnige Wetter fort, es regnete oft, mengenmäßig blieb es jedoch unter dem Soll.
Die Vegetation war nun etwas gebremst: Ausnahme: die Trauben (Müller-Thurgau und Riesling) waren schon am 13.-17.08.07 reif, späte Äpfel am 29.08.07 (statt 3.10.).

Der Herbst 2007 war um 0,7°C zu kühl, sehr unbeständig, trüber (89 %), jedoch mit geringerem Niederschlag (88%). Es gab nur 1 statt 3,8 Sommertage und 14 Frosttage. Von den 35 statt 41,5 Niederschlagstagen fiel an 9 (statt 6,4) Tagen Schnee oder Schneeregen. Vom 15.-16.11.07 lag eine 2-3 cm hohe Schneedecke am Boden. Die Anzahl der Nebeltage betrug nur 1 Drittel der zu erwartenden 21.
Der Sept. war kühl, trüb und etwas zu trocken. Der Okt. begann schön, es kühlte dann stark ab und war sehr trocken. Der Nov. zeichnete sich durch viele unbeständige, stürmische und teils frühwinterliche Zeitabschnitte aus. Die Vegetation hatte noch immer einen 2-3-wöchigen Vorsprung. Die Weinlese der Trauben Müller-Thurgau fand ungewöhnlich früh statt (11.09.), Riesling folgte am 2.10. . Die Blattverfärbung der Bäume begann Mitte September mit der Roßkastanie, der Blattfall ab 18.10. (zunächst bei Ebereschen). Das Wintergetreide wurde bis Mitte Oktober bestellt.

Das Jahr endete mit einem anfangs sehr milden und stürmischen Dez. 07, ab 13.12.07 war es unter Hochdruckeinfluss lange Zeit sonnig, kalt und trocken. Insgesamt war es um 0,3° zu mild, mit einem 61 %- Überschuss an Sonnenscheindauer.

Die Jahresschwankung betrug 42,6°C, das ist die Differenz zwischen dem absoluten Maximum von 33,9 °C am 15.07.07 und dem absoluten Minimum von - 8,7°C am 23.12.07. Es wurden nur 48 Frosttage (statt 87) und 8 Eistage (statt 22,1) beobachtet. Es gab 42 Sommertage (statt 31,3) und 4 heiße Tage (statt 4,1).
Die Sonnenscheindauer erreichte 111 % der Norm, wobei der April 07 alle Rekorde schlug.
Der Niederschlag betrug 105 % der Norm (731 l/m2). Der Juni war der nasseste Monat (131,3 l/m2), gefolgt vom Mai und Juli. Der höchste Tagesniederschlag betrug 25 l/m2 (am 29.05.07). Es gab 175 statt 183 Niederschlagstage, 28 Gewittertage, 2 Tage mit Hagel, mit Durchmessern von 0,5-2,0 cm (25.-26.05.07) und 13 (statt 42,2) Tage mit Schneedecke über 1 cm Höhe (max. Höhe 21 cm am 24.01.07).


Jahreswerte 2007 der Klimaelemente in Stuttgart-Stadtmitte (250 m) und Stuttgart-Hohenheim (420 m)

 

Klimaelement

Stuttgart-Stadtmitte

Stuttgart-Hohenheim

Mitteltemperatur (°C) 12,1 10,2
Höchsttemperatur (°C) 37,6 33,9
Tiefsttemperatur (°C) -8,0 -8,7
Eistage (Tage) 2 8
Frosttage (Tage) 30 48
Heiztage (Tage)  225 -
Sommertage (Tage)  72 42
Heiße Tage (Tage)  15 4
Tage mit über 35°C (Tage)  2 -
Regentage (Tage)  189 175
Hageltage (Tage) - 2
Tage mit Schneedecke (Tage) - 13
Nebeltage (Tage) - 14
Gewittertage (Tage) - 28
Glühweintage (Tage)*  59 -
Biergartentage (Tage)**  97 -
Niederschlagsmenge (mm) 576 731
Sonnenhöchststand (Grad) 66 (Juni) 66 (Juni)
Möglicher Sonnenschein (h) - 4402
Sonnenscheindauer (h) - 1920
Globalstrahlung (W/m²) 134 142
UVA-Strahlung (W/m²) 7,3 -
UVB-Strahlung (W/m²) 0,12 -
Windgeschwindigkeit (m/s) 2,2 -

-  keine Angaben
)*= um 12 Uhr mittags, Temp. < 5°C )**= um 20 Uhr abends, Temp. > 20°C
Angaben: Meteorologischer Jahresbericht für Stuttgart-Hohenheim 2007 vom Institut für Physik und Meteorologie (IPM) der Universität Hohenheim, und Jahresauswertung der Station Stuttgart-Mitte (Schwabenzentrum) durch das Amt für Umweltschutz, Abteilung Stadtklimatologie.

Definitionen der Klimaelemente


Jahresmittelwerte (MW) und Überschreitungshäufigkeit (ÜH) der Messstationen in der Region Stuttgart für das Jahr 2007 im Vergleich zu Zielwerten

 

Station SO2
µg/m³
NO2
µg/m³
NO
µg/m³
CO
mg/m³
Ozon
µg/m³
PM10
µg/m³
  MW ÜH* MW ÜH MW MW ÜH** MW ÜH MW ÜH
S-Zuffenhausen - - 43 0 - - - 36 19 23 21
S-Bad Cannstatt 4 0 33 0 - - - 39 29 23 16
S-Straßen-
messstation
- - 75 8 - 0.6 0 - - 31 32
S-Zentrum
(AfU)
5 0 28 0 20 - - 21 0 21 6
Zielwert
2005
10 350
(0 ÜH)
30 200
(18 ÜH)
  1.0 5
(0 ÜH)
30 120
(25 ÜH)
30 50
(25 ÜH)
Zielwert
2010
5 350
(0 ÜH)
20 200
(10 ÜH)
  0.5 3
(0 ÜH)
30 120
(15 ÜH)
20 30
(25 ÜH)
Ludwigsburg - - 29 0 - - - 44 30 20 13
Waiblingen - - 27 0 - - - 39 16 20 12
Reutlingen 3 0 26 0 - - - 46 17 20 13
Tübingen - - 23 0 - - - 39 18 18 9
Bernhausen 5 0 31 0 - - - 37 13 23 21
Plochingen - - 35 0 - - - 29 10 20 13
Welzheim
Wald
2 0 10 0 - - - 62 59 14 4
Datengrundlage: LUBW Monats- und Jahresberichte, S-Zentrum (Amt für Umwelt-
schutz)

 
ÜH = Überschreitungshäufigkeit (Stunden (NO2), Tage (PM10), 8-Std. (Ozon, CO)
 
*   alle Überschreitungshäufigkeiten beziehen sich auf den jeweiligen Grenzwert ohne
     Toleranzmarge
**  Überschreitung des Grenzwerte von 10 mg/m³ als 8h-Mittelwert (Hinweis: 3 mg/m³
      werden in S-Mitte Straße gelegentlich überschritten)

Quelle: LUBW



Aktuelle Messdaten der Luftbelastung in der Region Stuttgart erhalten Sie HIER.




 
 

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