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9. Klimaanalyse-Karten (Karte-XIII, Blatt 1 bis 12)
Klimatope


Klimatope beschreiben Gebiete mit ähnlichen mikroklimatischen Ausprägungen. Diese un-terscheiden sich vornehmlich nach dem thermischen Tagesgang, der vertikalen Rauhigkeit (Windfeldstörung), der topographischen Lage bzw. Exposition und vor allem nach der Art der realen Flächennutzung. Als zusätzliches Kriterium spezieller Klimatope wird das Emissionsaufkommen herangezogen.

Da in besiedelten Räumen die mikroklimatischen Ausprägungen im wesentlichen durch die reale Flächennutzung und insbesondere durch die Art der Bebauung bestimmt werden, sind die Klimatope nach den dominanten Flächennutzungsarten benannt.


Gewässer-Klimatop

Das Gew√§sser-Klimatop hat gegen√ľber der Umgebung einen ausgleichenden thermischen Einfluss durch schwach ausgepr√§gte Tages- und Jahresg√§nge; dort sind die Lufttemperaturen im Sommer tags√ľber niederer und nachts h√∂her als in der Umgebung. Das Gew√§sser-Klimatop zeichnet sich durch hohe Luftfeuchtigkeit und Windoffenheit aus.

Dieses Klimatop ist naturgem√§√ü gro√üfl√§chigen Gew√§ssern zugeordnet, w√§hrend kleine Wasserfl√§chen √ľberwiegend zur Orientierung aufgenommen wurden. Dieser Hinweis bedeutet jedoch keine Abwertung ihrer kleinr√§umigen Klimarelevanz.


Freiland-Klimatop

Das Freiland-Klimatop weist einen extremen Tages- und Jahresgang der Temperatur und Feuchte sowie sehr geringe Windströmungsveränderungen auf. Damit ist eine intensive nächtliche Frisch- und Kaltluftproduktion verbunden.

Dies trifft insbesondere auf ausgedehnte Wiesen- und Ackerflächen sowie auf Freiflächen mit sehr lockerem Gehölzbestand zu.


Wald-Klimatop

Das Wald-Klimatop zeichnet sich durch stark ged√§mpfte Tages- und Jahresg√§nge der Temperatur und Feuchte aus. W√§hrend tags√ľber durch die Verschattung und Verdunstung relativ niedrige Temperaturen bei hoher Luftfeuchtigkeit im Stammraum vorherrschen, treten nachts relativ milde Temperaturen auf. Zudem wirkt das Bl√§tterdach als Filter gegen√ľber Luftschadstoffen, so dass die Waldklimatope als Regenerationszonen f√ľr die Luft und als Erholungsraum f√ľr den Menschen geeignet sind.


Gr√ľnanlagen-Klimatop

Inner√∂rtliche, parkartige Gr√ľnfl√§chen wirken aufgrund des relativ extremen Temperatur- und Feuchte-Tagesganges und der damit verbundenen Kalt- und Frischluftproduktion aus-gleichend auf die bebaute und meist √ľberw√§rmte Umgebung. Gr√∂√üere Gr√ľnfl√§chen dienen als Ventilationsschneisen. Inner√∂rtliche Gr√ľnfl√§chen mit dichtem Baumbestand stellen durch Verschattung tags√ľber k√ľhle Ausgleichsfl√§chen mit hoher Luftfeuchtigkeit gegen√ľber der erw√§rmten Umgebung dar.


Gartenstadt-Klimatop

Das Gartenstadt-Klimatop umfasst bebaute Fl√§chen mit offener, ein- bis dreigeschossiger Bebauung und reichhaltigen Gr√ľnfl√§chen. Gegen√ľber dem Freiland-Klimatop sind alle Klimaelemente leicht modifiziert, wobei eine merkliche n√§chtliche Abk√ľhlung stattfindet und Regionalwinde nur unwesentlich gebremst werden.


Stadtrand-Klimatop

Das Stadtrand-Klimatop wird durch dichter stehende, maximal 3geschossige Einzelgeb√§ude, Reihenh√§user oder Blockbebauung mit Gr√ľnfl√§chen oder durch maximal 5geschossige freistehende Geb√§ude mit Gr√ľnanlagen bestimmt. Die n√§chtliche Abk√ľhlung ist stark eingeschr√§nkt und im wesentlichen von der Umgebung abh√§ngig. Die lokalen Winde und Kaltluftstr√∂me werden behindert, w√§hrend Regionalwinde stark gebremst werden.


Stadt-Klimatop

Mehrgeschossige geschlossene Bebauung mit wenig Gr√ľnfl√§chenanteilen und freistehenden Hochh√§usern pr√§gt das Stadt-Klimatop. Bei starker Aufheizung am Tage ist die n√§chtliche Abk√ľhlung sehr gering. Dadurch entsteht gegen√ľber der Umgebung ein W√§rmeinseleffekt mit relativ niedriger Luftfeuchtigkeit. Die dichte und hohe Bebauung beeinflusst die regionalen und √ľberregionalen Windsysteme in erheblichem Umfang, so dass der Luftaustausch eingeschr√§nkt ist und eine insgesamt hohe Schadstoffbelastung besteht. In den Stra√üenschluchten sind sowohl hohe Luftschadstoff- und L√§rmeinwirkungen als auch b√∂enartige Windverwirbelungen anzutreffen.


Stadtkern-Klimatop

Dichte und hohe innerst√§dtische Bebauung mit sehr geringen Gr√ľnanteilen f√ľhrt tags√ľber zu starker Aufheizung und nachts zur Ausbildung einer deutlichen W√§rmeinsel bei durchschnittlich geringer Luftfeuchtigkeit. Die massive Bebauung f√ľhrt im Einklang mit der ausgepr√§gten W√§rmeinsel zu bedeutender Beeinflussung der regionalen und √ľberregionalen Winde. Insgesamt besteht eine hohe Schadstoffbelastung. In den Stra√üenschluchten treten neben b√∂enartigen Windverwirbelungen hohe Luftschadstoff- und L√§rmbelastungen auf.


Gewerbe-Klimatop

Das Gewerbe-Klimatop entspricht im wesentlichen dem Klimatop der verdichteten Bebauung, d. h.: W√§rmeinseleffekt, geringe Luftfeuchtigkeit, erhebliche Windfeldst√∂rung. Zus√§tzlich sind vor allem ausgedehnte Zufahrtsstra√üen und Stellplatzfl√§chen sowie erh√∂hte Emissionen zu nennen. Im n√§chtlichen W√§rmebild f√§llt teilweise die intensive Ausk√ľhlung im Dachniveau gro√üer Hallen auf (insbesondere mit Blechd√§chern), w√§hrend die von Geb√§uden ges√§umten Stra√üenschluchten und Stellpl√§tze weiterhin stark erw√§rmt bleiben.


Industrie-Klimatop

Das Industrie-Klimatop ist mit dem Stadtkern- und Stadt-Klimatop vergleichbar, weist aber gro√üfl√§chige Verkehrsfl√§chen und weit h√∂here Emissionen auf (genehmigungsbed√ľrftige Anlagen). Bei intensiver Aufheizung am Tage bildet sich auch nachts aufgrund der Ausdehnung versiegelter Fl√§chen eine deutliche W√§rmeinsel aus, obwohl die D√§cher der Hallen teilweise bemerkenswert ausk√ľhlen. Die am Boden befindlichen Luftmassen sind erw√§rmt, trocken und mit Schadstoffen angereichert. Die massiven Bauk√∂rper und die bodennahe Erw√§rmung ver√§ndern das Windfeld wesentlich.


Bahnanlagen-Klimatop

Das Bahnanlagen-Klimatop ist durch eine intensive Erw√§rmung am Tag und eine rasche n√§chtliche Abk√ľhlung gekennzeichnet; allerdings liegen die Oberfl√§chentemperaturen dort h√∂her als im Freiland. Die Gleisk√∂rper sind aufgrund ihrer geringf√ľgigen √úberbauung windoffen und dienen in bebauten Gebieten oftmals als Luftleitbahnen bzw. Luftaustauschfl√§chen. Ihre Ber√ľcksichtigung als Klimatop erfolgt ab einer Breite von ca. 50 m, d. h. nur im Falle mehrgleisiger Bahnstrecken.


 
 

© Landeshauptstadt Stuttgart, Amt für Umweltschutz, Abt. Stadtklimatologie