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10. Karten mit Hinweisen f├╝r die Planung (Karte-XIV), Blatt 1 bis 12)

Die Bestandsaufnahme der stadtklimatischen Gegebenheiten in der Form einer Klimaanalyse-Karte ist durch eine Vielzahl zu ber├╝cksichtigender Einzelinformationen gekennzeichnet. Somit erweist sich die Umsetzung in bewertende Planungsaussagen als eine sehr komplexe Aufgabe.

Der Klimaatlas dient u. a. der fachlichen Unterst├╝tzung der Fl├Ąchennutzungsplanung. Diesem Ziel sollen die Karten mit Hinweisen f├╝r die Planung gerecht werden. Sie enthalten eine integrierende Bewertung der in den Klimaanalyse-Karten dargestellten Sachverhalte im Hinblick auf planungsrelevante Belange. Die Fl├Ąchenkennzeichnungen geben Hinweise zur Empfindlichkeit gegen├╝ber Nutzungs├Ąnderungen, aus denen sich die Notwendigkeit bzw. die Dringlichkeit klimatisch begr├╝ndeter Anforderungen und Ma├čnahmen im Rahmen der Bauleitplanung entnehmen l├Ąsst.

Die Hinweise f├╝r die Planung sind in acht Gruppen zusammengefasst. Drei Planungsempfehlungen beziehen sich auf den bisher weitgehend nicht ├╝berbauten Raum (mit Ausnahme einzelstehender Geb├Ąude im unbeplanten Au├čenbereich und der Verkehrswege), vier Empfehlungen werden f├╝r die schon baulich genutzten Gebiete ausgesprochen, und ein Hinweis dient der Kennzeichnung immissionsrelevanter Stra├čenz├╝ge.

Die Hinweise f├╝r die Planung beziehen sich vornehmlich auf bauliche Nutzungs├Ąnderungen, insbesondere dreidimensionaler Art (Geb├Ąude, D├Ąmme und andere Baulichkeiten). Eine ├änderung der Vegetationszusammensetzung hat i.d.R. geringere klimatische Auswirkungen als gro├čfl├Ąchige Versiegelungsma├čnahmen und die Errichtung von Bauwerken. In speziellen F├Ąllen kann sich auch eine ├änderung der Vegetationszusammensetzung, wie z.B. Waldanpflanzung im Bereich einer Luftleitbahn, durchaus ung├╝nstig auswirken. F├Ąlle dieser Art sind bei den Aussagen zur Beurteilung von Nutzungs├Ąnderungen im unbebauten Bereich jedoch mit ber├╝cksichtigt.

Die Kartierung fl├Ąchenhafter Planungsempfehlungen beruht im einzelnen auf entsprechenden Darstellungen der Klimaanalyse-Karte, welche somit einer klassifizierenden Bewertung unterzogen wurden. Die Gr├Â├če des Untersuchungsgebietes bzw. die Ma├čst├Ąblichkeit der Untersuchung bedeuten zwangsl├Ąufig, dass vertiefende Detailfragen im Zusammenhang mit Bebauungspl├Ąnen gegebenenfalls durch gesonderte Gutachten erarbeitet werden m├╝ssen. Dabei werden sich die Karten des Klimaatlasses in jedem Fall von Nutzen sein.

Neben lokalen Besonderheiten liegen den Hinweisen f├╝r die Planung folgende Prinzipien zugrunde:

Vegetationsfl├Ąchen haben eine bedeutende Wirkung auf das Lokalklima, da sie einerseits die n├Ąchtliche Frisch- und Kaltluftproduktion verursachen und andererseits bei hohem Baumanteil tags├╝ber thermisch ausgleichend sind. Innerst├Ądtische und siedlungsnahe Gr├╝nfl├Ąchen beeinflussen die direkte Umgebung in mikroklimatischer Sicht positiv; zudem f├Ârdern Vegetationsfl├Ąchen am Siedlungsrand den Luftaustausch. Gr├Â├čere zusammenh├Ąngende Vegetationsfl├Ąchen stellen das klimatisch-lufthygienische Regenerationspotential dar. Insbesondere bei vorhandenem r├Ąumlichen Bezug zum Siedlungsraum sind sie f├╝r den Luftaustausch sehr wichtig. Deshalb sollten solche Freifl├Ąchen aus klimatischer Sicht f├╝r bauliche Nutzungen nicht in Anspruch genommen werden.

Auch eine Verbauung von Tallagen ist nachteilig zu beurteilen, da dort einerseits bei Schwachwindlagen der Kalt- und Frischlufttransport stattfindet und sie andererseits als Luftleitbahnen f├╝r st├Ąrkere regionale Winde dienen.

Die Hanglagen in ausgedehnten besiedelten Gebieten, insbesondere wenn in den Talzonen Bebauung existiert, sollen unbebaut bleiben, da dort ein intensiver Kalt- und Frischlufttransport stattfindet. Dasselbe gilt f├╝r Schneisen und Klingen innerhalb der H├Ąnge.

Sattellagen in bebauten Bergr├╝cken dienen als Luftleitbahnen und sollen nicht zugebaut werden.

Aus lufthygienisch-klimatischer Sicht empfiehlt sich eine Umrandung der Siedlungen mit m├Âglichst weitr├Ąumigen Gr├╝nzonen sowie eine Durchdringung von Ortschaften mit Gr├╝nz├╝gen, welche sich an den orographischen Merkmalen orientieren (Bel├╝ftungsschneisen, Luftleitbahnen), um damit den Luftaustausch zu f├Ârdern. Einer Zersiedelung der Landschaft durch zahlreiche Streusiedlungen sowie der Entstehung von abriegelnden Bebauungsg├╝rteln, etwa durch das Zusammenwachsen benachbarter Ortslagen, ist entgegenzuwirken. Bei st├Ądtischen Siedlungen muss auf entsprechend gro├če nahegelegene Frisch- und Kaltluftproduktionsgebiete und Bel├╝ftungsbahnen geachtet werden.

Bei der Ansiedlung von Gewerbe- und Industriebetrieben ist zu ber├╝cksichtigen, dass die unmittelbar angrenzenden Wohngebiete nicht aufgrund der lokalen Windverh├Ąltnisse durch erh├Âhte Immissionen belastet werden.


 
 

© Landeshauptstadt Stuttgart, Amt für Umweltschutz, Abt. Stadtklimatologie