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39. BImSchV
Neununddreißigste Verordnung zur DurchfĂŒhrung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (Verordnung ĂŒber LuftqualitĂ€tsstandards und Emissionshöchstmengen), 2. August 2010
98-Perzentil
98%-Wert der SummenhĂ€ufigkeit. Dient der Beurteilung der Spitzenbelastung (Maß fĂŒr mittlere Spitzenbelastung). Nur 2 Prozent aller Meßwerte dĂŒrfen diesen Wert ĂŒberschreiten.
A  
Abgase
Sammelbegriff fĂŒr gasförmige Emissionen, die aus Feuerungs- und Produktionsanlagen sowie aus Kraftfahrzeugen, aber auch aus Böden oder Deponien austreten. Abgas im Straßenverkehr wird von allen Fahrzeugen verursacht, die mit einem Verbrennungsmotor angetrieben werden - also von jedem fahrbaren Untersatz, der nicht durch Muskelkraft, Sonnenenergie oder Elektroantrieb bewegt wird. Die Abgase - pro Liter verbrauchtem Kraftstoff rund 10 m3 - enthalten Schadstoffe, wie z.B. Kohlenmonoxid, Stickstoffoxide, Kohlenwasserstoffe, Ruß und Schwermetalle. Da sie umwelt- und gesundheitsschĂ€dlich sind, wurden bestimmte Abgasgrenzwerte eingefĂŒhrt. Diese wurden in der Vergangenheit bereits mehrfach verschĂ€rft und werden auch weiterhin abgesenkt. FĂŒr die Betriebszulassung neuer Fahrzeugtypen ist außerdem ein AbgasprĂŒfverfahren vorgeschrieben, das wie die Abgasuntersuchung (AU) von amtlich anerkannten SachverstĂ€ndigen durchgefĂŒhrt wird. Zu den technischen Möglichkeiten, den Ausstoß von Schadstoffen zu verringern, zĂ€hlen der geregelte Drei-Wege-Katalysator, der ungeregelte Katalysator, der Oxidations-Katalysator, der Rußfilter, die AbgasrĂŒckfĂŒhrung, die Änderung der Motorkonstruktionen (Mager-Mix-Motor), das Motor-Management (z.B. elektronische KennfeldzĂŒndung) und die Änderung der Kraftstoffzusam-mensetzung.
Relationen: Emission  Schadstoffe  
Aromatische Kohlenwasserstoffe
Ringförmige Kohlenwasserstoffverbindungen (z.B. Benzol, Ethylbenzol, Toluol, Xylol) kommen z.B. in Treibstoffen, Klebern, (Nitro-) Lacken, VerdĂŒnnern und vielen anderen Produkten vor. Sie können auch in der Außenluft vorkommen.
Ausbreitungsklassen
Beschreiben die dynamische StabilitÀt der AtmosphÀre. Ausbreitungsklassen werden z.B. nach den Vorgaben der TA-Luft (TA LUFT 1986) aus meteorologischen Parametern wie Windgeschwindigkeit, Bedeckungsgrad und Sonnenstand berechnet.
Relationen: TA-Luft  
B  
Benzol
Von den aromatischen Kohlenwasserstoffen kommt dem Benzol wegen seines karziogenen Charakters aus medizinischer Sicht besondere Bedeutung zu. Diese Komponente ist aufgrund ihres Vorhandenseins im Benzin und im Autoabgas weit verbreitet.
Relationen: Kohlenwasserstoffe  
Bezugsjahr
Das Jahr, fĂŒr welches die Emissionsfaktoren eines Fahrzeugkollektives erhoben wurden.
BIMSCHG
AbkĂŒrzung fĂŒr Bundes-Immissionsschutzgesetz
Blei
Blei, ein blĂ€ulichweißes weiches Schwermetall, gehört zu der Gruppe der partikelförmigen Luftschadstoffen. Die biologische Halbwertszeit von Blei ist sehr lang, so daß auch bei Aufnahme von nur geringen Mengen an Blei ĂŒber lĂ€ngere Zeit im Körper toxikologisch relevante Konzentrationen angereichert werden. Blei wirkt hemmend auf die Bildung von HĂ€moglobin und fĂŒhrt so zu VerĂ€nderungen im Blutbild. In höheren Konzentrationen beeintrĂ€chtigt Blei die Funktion des zentralen Nervensystems.
Synonyme:
Pb
C  
Cadmium
Cadmium reichert sich ĂŒber die Nahrungskette in Pflanzen und Tieren, aber auch im menschlichen Körper an, was zu SchĂ€digung an Leber und Nieren fĂŒhren kann. Die Inhalation von Cadmium und Cadmiumverbindungen in Form von StĂ€uben und Aerosolen ist in der Gefahrenstoffverornung als krebserzeugend ausgewiesen.
Synonyme:
Cd
D  
Durchschnittliche TÀgliche VerkehrsstÀrke
Auf alle Tage des Jahres bezogener Mittelwert der einen Straßenquerschnitt tĂ€glich passierenden Fahrzeuge in Kfz/24h.
Synonyme:
DTV
Relationen: Lkw-Anteil  
E  
EG-Leitwerte
In Richtlinien der EU festgelegte Leitwerte fĂŒr einzelne Schadstoffkomponenten, deren Einhaltung anzustreben ist.
Emission
Emissionen im Sinne des Bundes-Immissionsschutzgesetzes sind die von einer Anlage ausgehenden V+H33erunreinigungen, die durch StĂ€ube und Gase, GerĂ€usche, ErschĂŒtterungen, Licht, WĂ€rme, Strahlen und Ă€hnliche Erscheinungen hervorgerufen werden.
Emissionsfaktoren
Emissionen eines einzelnen Pkw bzw. Lkw durchschnittlicher Beschaffenheit in g/km. Die Emissionsfaktoren sind insbesondere von der Fahrzeugkategorie (Pkw, Lkw, Busse, Mofas, etc.), vom Bezugsjahr und der Verkehrssituation abhĂ€ngig. ZusĂ€tzlich können auch Straßensteigungen sowie KaltstartzuschlĂ€ge berĂŒcksichtigt werden. Die aktuellen Emissionsfaktoren sind dem UBA-Handbuch (UMWELTBUNDESAMT (UBA) (HRSG.) 1999) zu entnehmen.
Emissionskataster
RÀumliche Verteilung der Emissionen, in der Regel bezogen auf QuadratkilometerflÀchen.H31
F  
Fluorchlorkohlenwasserstoffe
Abk. fĂŒr Fluorchlorkohlenwasserstoffe. Es sind niedermolekulare Kohlenwasserstoffe, bei denen einige oder alle Wasserstoffatome gegen Fluor- und/oder Chloratome ausgetauscht wurden. Diese Substanzen sind sehr stabile und nicht brennbare Gase, weshalb sie als Treibmittel fĂŒr Lebensmittel und Kosmetika und als KĂ€ltemittel fĂŒr Klimaanlagen und KĂŒhlschrĂ€nke eingesetzt wurden. Heute weiß man, daß F. in hohem Maße fĂŒr die Zerstörung der Ozonschicht verantwortlich sind, da sie in der AtmosphĂ€re in großer Höhe vom energiereichen Sonnenlicht gespalten werden und Chlorverbindungen entstehen, die das Ozon angreifen und zerstören (Ozonloch).
Synonyme:
FCKW
G  
Gesamtbelastung
Immissionsbelastung, die sich aus der Vorbelastung und der Zusatzbelastung durch die Straße ergibt.
Grundkonzentration
siehe Vorbelastung
Relationen: Vorbelastung  
H  
I  
Immission
Immissionen im Sinne des Bundes-Immissionsschutzgesetzes sind auf Menschen sowie Tiere, Pflanzen oder andere Sachen einwirkende Luftverunreinigungen, GerĂ€usche, Er-schĂŒtterungen, Licht, WĂ€rme, Strahlen und Ă€hnliche Umwelteinwirkungen.
Immission
Luftverunreinigende Stoffe, die von der offenen AtmosphĂ€re in einen Einwirkungsbereich (Immissionsort) ĂŒbertreten.
Immissionskataster
RÀumliche Verteilung der Immissionen, in der Regel bezogen auf QuadratkilometerflÀchen
Immissionswerte IW1 und IW2
Immissionswerte fĂŒr Langzeitwirkungen (IW1 und Kurzzeitwirkungen (IW2) nach der TA-Luft (TA LUFT 1986).
J  
Jahresgang
Verlauf einer klimatischen oder lufthygienischen Komponente ĂŒber das Jahr.
Jahresmittelwert
Arithmetisches Mittel aller Âœ Stunden-, Stunden-, Tagesmittel- oder Monatsmittelwerte einer beobachteten Schadstoffkomponente ĂŒber ein Jahr.
K  
Kohlenstoffmonoxid
Kohlenstoffmonoxid (CO) entsteht als Produkt einer unvollstĂ€ndigen Verbrennung von Kohlenstoff. CO ist farb-, geruchs- und geschmacklos. CO behindert die Sauerstoffaufnahme des Blutes. Ensteht bei allen Verbrennungsprozessen, Leitsubstanz fĂŒr un- oder nur teilweise verbrannte Kohlenwasserstoffe.
Synonyme:
CO
Kohlenwasserstoffe
Chemische Verbindungen des Kohlenstoffs mit Wasserstoff. Gliedern sich in kettenförmi-ge (z.B. Methan, Äthan, Propan, Butan) und ringförmige (z.B. Benzol) Verbindungen. FĂŒr die Umweltbelastungen spielen insbesondere die ringförmigen (zyklischen und polyzyklischen) aromatischen K. (z.B. Benzpyren, Naphtalin) sowie die chlorierten und polychlorierten K. (z.B. PCB, Lindan, PCP, DDT, Dioxine) eine besondere Rolle.
L  
Leitkomponenten
Da in unserer Umgebungsluft heutzutage leicht einige hundert oder auch tausend luftverunreinigende Komponenten vorhanden sind und viele davon nicht oder nur mit kaum vertretbarem technischen Aufwand meßbar sind, ist man im Bereich der Luftreinhaltung ĂŒbereingekommen nur sogenannte Leitkomponenten zu erfassen, die dann in aller Regel stellvertretend fĂŒr eine ganze Gruppe von Schadstoffen stehen.
Relationen: Stickstoffoxide  Ozon  O3  Schwefeldioxid  SO2  Kohlenstoffmonoxid  CO  Staub  Benzol  Russ  
Lkw-Anteil
Anteil der Kraftfahrzeuge mit einem zulĂ€ssigen Gesamtgewicht ĂŒber 2,8 t in Prozent der durchschnittlichen tĂ€glichen VerkehrsstĂ€rke (DTV).
Luftreinhaltung
Luftreinhaltung ist das Ziel aller Maßnahmen zur Erhaltung der natĂŒrlichen Zusammensetzung der Luft. Die Maßnahmen mĂŒssen bereits an der Quelle (z.B. Maschine) ansetzen; hier sind Schadstofffreisetzungen zu vermeiden oder erheblich zu verringern. DarĂŒber hinaus sind, soweit notwendig, nachgeschaltete Techniken einzusetzen. Dazu werden in die Schornsteine der Fabriken und der WĂ€rmekraftwerke Filter eingebaut, mit denen die luftverunreinigenden Stoffe (Rauch, Staub, Gas, DĂ€mpfe, Geruchsstoffe) in unterschiedlichem Ausmaß zurĂŒckgehalten werden. Beim Auto ist die wirksamste Maßnahme der geregelte Drei-Wege-Katalysator.
Luftverunreinigungen
Luftverunreinigungen im Sinne des BImSchG sind VerĂ€nderungen der natĂŒrlichen Zusammensetzung der Luft, insbesondere durch Rauch, Ruß, Staub, Gase, Aerosole, DĂ€mpfe oder Geruchsstoffe.
M  
Merkblatt ĂŒber Luftverunreinigungen an Straßen
Merkblatt ĂŒber Luftverunreinigungen an Straßen (FORSCHUNGSGESELLSCHAFT FÜR STRASSEN- UND VERKEHRSWESEN (FGSV) (HRSG.) 2002).
Synonyme:
MLuS
MIK-Werte
siehe VDI-Richtlinien
Relationen: VDI-Richtlinien  
Mikrogramm
millionster Teil eines Gramms
N  
O  
Ozon
Bodennahes Ozon entsteht in komplexen chemischen VorgĂ€ngen unter Einwirkung starker Sonnenstrahlung. An diesen VorgĂ€ngen sind neben dem natĂŒrlichen Sauerstoff Kohlenwasserstoffe und Stickstoffoxide beteiligt. Deshalb ist die Ozonkonzentration im Sommer am höchsten. SekundĂ€rschadstoff, wird in komplexen photochemischen Prozessen gebildet. Leitsubstanz fĂŒr Photooxidantien.
Synonyme:
O3
Relationen: Ozonloch  Kohlenwasserstoff  Stickstoffoxid  
Ozonloch
WĂ€hrend das Ozon im unteren atmosphĂ€rischen Bereich hĂ€ufig belastend wirkt (Ozon), ĂŒbernimmt es als Filter in der StratosphĂ€re (AtmosphĂ€re), in einer Höhe zwischen 10 und 50 km ĂŒber dem Erdboden, eine elementare Schutzfunktion. Die Ozonschicht mindert das Durchdringen der im Sonnenlicht enthaltenen UV-Strahlung, die fĂŒr Pflanzen, Tiere und Menschen schĂ€dlich wirkt (Hautkrebs). Das ist eine Folge des Ozonabbaus in der StratosphĂ€re, ausgelöst durch FCKW bzw. seine Spaltprodukte (speziell Chlor). ZunĂ€chst wurde das Ozonloch nur ĂŒber dem SĂŒdpol festgestellt und in seinem GrĂ¶ĂŸenwachstum verfolgt. Inzwischen hat aber auch die AusdĂŒnnung der Ozonschicht ĂŒber dem Nordpol bedenkliche Ausmaße angenommen. Fördernden Einfluß auf die Ozonbildung in der StratosphĂ€re kann man gegenwĂ€rtig ebensowenig ausĂŒben wie die weitere Wanderung der bereits emittierten FCKW, die zum Teil erst nach Jahren in der StratosphĂ€re ankommen, unterbinden. Deshalb bleibt nur die Möglichkeit, sich vor zu starker Sonneneinstrahlung zu schĂŒtzen.
Relationen: Ozon  Kohlenwasserstoff  Stickstoffoxid  
P  
Perzentil
Diese KenngrĂ¶ĂŸe ist der zur SummenhĂ€ufigkeit in % gehörende Meßwert, der sich ergibt, wenn alle Meßwerte nach der GrĂ¶ĂŸe ihres Zahlenwertes geordnet sind.
Relationen: 98%-Perzentil  
Platin
Platin wird als Katalysator (z.B. in Ottomotoren) verwendet sowie zu Tiegeln, Elektroden und SchmuckgegenstĂ€nden verarbeitet. In die Umwelt gelangt P. u.a. ĂŒber die natĂŒrliche Abnutzung der Abgaskatalysatoren in Autos. Man schĂ€tzt die jĂ€hrlich mit Automobilabgasen emittierte Menge fĂŒr die Bundesrepublik Deutschland auf ca. 200-250 kg.
ppm
Parts per million
Synonyme:
Parts per million
Relationen: Schadstoffkonzentration  
Punktdaten
FĂŒr einen bestimmten Ort durch Messung oder Rechnung ermittelte Daten.
Relationen: Rasterdaten  Vektordaten  
Q  
Quecksilber
Das einzige bei Zimmertemperatur flĂŒssige Metall. Seine DĂ€mpfe und organischen Verbindungen, die insbesondere das zentrale Nervensystem schĂ€digen können, sind giftig.
Synonyme:
Hg
Quellengruppe
Luftschadstoffen und Schallemittenten werden sogenannten Quellengruppen zugeordnet. Dies sind in erster Linie Autoverkehr, Kleinfeuerungsanlagen, Kraftwerke und Industrie.
R  
RadioaktivitÀt
RadioaktivitĂ€t ist die Eigenschaft bestimmter Atomkerne, sich ohne Ă€ußere Einwirkung in andere Atomkerne umzuwandeln und dabei eine charakteristische Strahlung (Alpha-, Beta- oder Gammastrahlen) auszusenden. Alpha-Strahlung besteht aus den bei der Spaltung entstehenden Atomkernen des Elementes Helium. Sie wird bereits durch ein Blatt Papier absorbiert (Absorption). FĂŒr den Menschen ist Alpha-Strahlung schĂ€dlich, wenn sie auf die Haut trifft oder in den Körper aufgenommen wird. Beta-Strahlung besteht aus Elektronen, die aus dem Atomkern stammen. Die biologische Wirkung im Gewebe ist geringer als die von Alpha-Strahlung. Eine kurzwellige und daher hochenergetische radioaktive Strahlung in Form von elektromagnetischen Wellen stellt die Gamma-Strahlung dar. Als Abschirmung eignet sich vor allem Blei. Vom Energiegehalt sind Gammastrahlen am ehesten mit Röntgenstrahlen zu vergleichen.
Rasterdaten
FĂŒr ein bestimmtes Gebiet durch Messungen oder Berechnungen flĂ€chenhaft ermittelte Daten.
Relationen: Punktdaten  Vektordaten  
Russ
Die lufthygienische Bedeutung von Ruß, insbesondere von Dieselruß, wurde in den letzten Jahren besonders durch toxikologische Untersuchungen stĂ€rker in die Diskussion gebracht. Die kanzerogene Wirkung von Ruß beruht auf der mechanisch irritativen Eigenschaft der in den Dieselrußpartikeln enthaltenen Kohlenstoffkernen. GemĂ€ĂŸ VDI-Richtlinie hat man sich darauf geeinigt, Ruß als anorganischen Gesamtkohlenstoff zu analysieren und diesen als Ruß in Mikrogramm pro Kubikmeter anzugeben. Entstehung hĂ€ufig verkehrsbedingt und innerhalb der Emittentengruppe "Verkehr" hauptsĂ€chlich von Lkw.
S  
Sauerstoff
Sauerstoff ist ein farb-, geruch- und geschmackloses Gas und das Element, das auf der Erde am hĂ€ufigsten vorkommt. 89% des Wassers und 50% der Erdkruste bestehen aus Sauerstoff, den die Pflanzen mit Hilfe von BlattgrĂŒn und Licht erzeugen. Alle Tiere und Menschen, aber auch die Pflanzen selbst (bei Nacht) brauchen Sauerstoff zum Leben. Schließlich wird Sauerstoff fĂŒr jede Verbrennung (Feuer) und fĂŒr viele weitere chemische und industrielle Prozesse benötigt.
Synonyme:
O
Saurer Regen
Saurer Regen ist nicht nur eine der Ursachen fĂŒr das Baumsterben, sondern er lĂ€ĂŸt auch wertvolle KunstdenkmĂ€ler und historische Bauwerke »zu Gips zerfallen« (z.B. Kölner Dom). Schuld daran sind Schwefeldioxid (SO2) und Stickstoffoxide, die bei der Verbrennung von Öl und Kohle entstehen. Diese giftigen Stoffe gelangen in die AtmosphĂ€re, lösen sich in den dort schwebenden Wassertröpfchen auf und fallen als SĂ€ure in Form von »saurem Regen«, Nebel oder Tau auf die Erde zurĂŒck. Durch moderne Entschwefelungsanlagen in Kohlekraftwerken und Industrieanlagen sowie die Verwendung schwefelarmer Kraftstoffe wurde der Eintrag von SO2 in die Umwelt in den letzten Jahren drastisch vermindert. In Zukunft kommt es vor allem darauf an, die Stickstoffoxid -Emissionen aus dem Verkehrsbereich zu vermindern.
Relationen: Schwefeldioxid  Stickstoffoxid  
Schadstoffausbreitung
Prozesse, die den Weg von Luftschadstoffen von der Quelle zum Immissionsort bestimmen.
Synonyme:
Emission, Immission
Schadstoffe
In der Umwelt vorkommende Stoffe, von denen schĂ€dliche Wirkungen auf Lebewesen oder andere Stoffe ausgehen. Zu den Schadstoffen zĂ€hlen u. a. Schwermetalle wie etwa Cadmium, Gase und Kohlenwasserstoffe. Verursacht werden Schadstoffe durch Fabriken, Kraftwerke, Kraftfahrzeuge und Haushaltsheizungen. Sie können von Mensch und Tier mit der Atmung, ĂŒber die Haut oder ĂŒber die Nahrung (Nahrungskette), von den Pflanzen ĂŒber Nadeln, BlĂ€tter oder Wurzeln aufgenommen werden. Saurer Regen begĂŒnstigt diesen Vorgang.
Schadstoffemission
Schadstoffe, die in die offene AtmosphÀre austreten.
Schadstoffkonzentration
Masse der luftverunreinigenden Stoffe bezogen auf das Volumen der verunreinigten Luft. Angabe als Massenkonzentration in der Einheit mg/m3. Bei Gasen auch Volumen der luftverunreinigenden Stoffe bezogen auf das Volumen der verunreinigten Luft.
Relationen: ppm  
Schadstoffwindrose
Mittlere Schadstoffkonzentration in AbhÀngigkeit von der Windrichtung.
Schwefeldioxid
Schwefeldioxid (SO2) wird bei Verbrennungsprozessen durch die Oxidation des im Brennstoff enthaltenen Schwefels gebildet. Es ist ein farbloses Gas, das in höheren Konzentrationen riecht und ab ca. 0.3 ppm geschmacklich wahrnehmbar ist. Schwefeldioxid ist ein wasserlösliches Reizgas, das auf die SchleimhÀute der Augen und der oberen Atemwege wirkt. Entsteht in Stuttgart heute hauptsÀchlich durch Hausbrand (Verwendung von schwefelhaltigen Brennstoffen wie Kohle, Heizöl etc.).
Synonyme:
SO2
Screeningmodell
Vereinfachtes Modell das mit geringem Daten- und Rechenaufwand der AbschÀtzung von (hier) Schadstoffbelastungen dient.
Smog
Situation hoher Luftverschmutzung. Der Smogtyp "Los Angeles" wird verursacht durch hohe Kraftfahrzeugemissionen (Stickoxide, Kohlenwasserstoffe, Kohlenmonoxid). Infolge schlechten Luftaustausches, verbunden mit starker Sonneneinstrahlung, kommt es zu chemischen Umwandlungen der Gase in der AtmosphĂ€re und zur Bildung von Photooxidantien. Zu den wichtigsten Stoffen zĂ€hlt hier das Ozon. Maßnahmen gegen diesen "Sommersmog" regelt das Bundes-Immissionsschutzgesetz im Paragraph 40. Der Smogtyp "London" entsteht bei Inversionswetterlagen im Winter. Hauptschadstoffkomponenten sind Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid und Staub. Da bei diesen Schadstoffen eine deutliche Besserung eingetreten ist, tritt dieser Smogtyp in Stuttgart nicht mehr auf. Die entsprechende Smogverordnung wurde Anfang 1997 außer Kraft gesetzt.
Stadtklima
WĂ€hrend das Klima in der freien Landschaft weitgehend von natĂŒrlichen Gegebenheiten abhĂ€ngig ist, bildet sich in Stadtlandschaften ein durch Bauwerke beeinflußtes Klima aus, das Stadtklima. Man versteht darunter aber auch die VerĂ€nderung der natĂŒrlichen Zusammensetzung der Luft durch anthropogene EinflĂŒsse. Stadtklima = Klima und Lufthygiene in der Stadt
Staub (und dessen Inhaltsstoffe)
Entsteht bei Verbrennungprozessen, industriellen Fertigungsprozessen, durch Abrieb im Straßenverkehr (Reifen, Bremsen etc.). Der natĂŒrlicher Anteil relativ hoch.
Stickstoffdioxid
Stickstoffdioxid (NO2) ist ein rötlich braunes Gas mit stechend-reizendem Geruch und sehr korrosiver Wirkung. Bei starker Sonnenstrahlung wird es zu NO und O reduziert und trÀgt so zur Ozonbildung bei. NO2 ist ein Reizgas, das vor allem die SchleimhÀute des A-temtraktes schÀdigt.
Synonyme:
NO2
Relationen: Stickstoffmonoxid  Ozon  
Stickstoffmonoxid
Stickstoffmonoxid (NO) entsteht durch biologische Prozesse und bei Verbrennungspro-zessen durch Oxidation des in der Luft vorhandenen Stickstoffs. NO wird durch photochemische Zweitreaktionen unter Einwirkung des Sonnenlichtes in Stickstoffdioxid (NO2) umgewandelt.
Synonyme:
NO
Relationen: Stickstoffdioxid  Ozon  
Stickstoffoxide
Entstehen in Stuttgart heute ĂŒberwiegend durch Verkehr. SchĂ€dliche Umwelteinwirkung durch Stickstoffdioxid (NO2) und durch Mitwirkung bei der Ozonbildung.
Synonyme:
NOx
Stuttgart 21
Name fĂŒr eine umfassende Planung in Stuttgart: Umnutzung eines etwa 100 ha großen BahngelĂ€ndes im klimatisch sensiblen Stuttgarter Innenstadtkessel.
T  
TA-Luft
Die TA-Luft (Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft) regelt fĂŒr genehmigungsbedĂŒrftige Anlagen sowohl Schadstoffemissionen als auch Schadstoffimmissionen mit dem Ziel, Menschen sowie Tiere, Pflanzen und andere Sachen vor schĂ€dlichen Umwelteinwirkungen zu schĂŒtzen.
Synonyme:
Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft
Toluol
Farblose, aromatische Verbindung mit benzolĂ€hnlichem Geruch. Toluol findet u. a. Verwendung als Lösemittel, Reinigungsmittel, Benzinzusatz und als Ersatzstoff fĂŒr Benzol. Es kann in höheren Konzentrationen u. a. Schleimhautreizungen, Störungen des Nervensystems sowie SchĂ€digung an Leber, Nieren und Gehirnzellen verursachen.
Treibhauseffekt
Die fortschreitende Aufheizung der AtmosphĂ€re mit der Folge einer weltweiten KlimaverĂ€nderung ist schon in den 80er Jahren erkannt und von der Bundesregierung aufgenommen worden. Man erklĂ€rt sich den Treibhauseffekt so, daß ein großer Teil der kurzwelligen Sonnenstrahlen zwar ungehindert die AtmosphĂ€re durchdringen, aber als langwelligere reflektierte WĂ€rmestrahlung nicht mehr zurĂŒck ins Weltall gelangen können, weil sie durch die sogenannten Treibhausgase in bodennahen Luftschichten teilweise absorbiert werden. Dieser Effekt ist dem eines Glasdachs bei GewĂ€chshĂ€usern zu vergleichen und wurde daher mit seinem Namen belegt. Neben diesem kĂŒnstlichen kennt man allerdings auch einen natĂŒrlichen T.: Die natĂŒrlich vorkommenden Gase wie Kohlendioxid, Wasserdampf und Ozon sorgen fĂŒr den Effekt, daß unsere Erde ein globales Temperaturjahresmittel von 15°C zeigt; wĂ€re die Erde ungeschĂŒtzt und könnte die WĂ€rme nicht zurĂŒckhalten, wĂ€re mit Temperaturen um -18°C zu rechnen. Der kĂŒnstliche T. ist also nur die zusĂ€tzliche Freisetzung von treibhauswirksamen Gasen, die die globalen Temperaturen um einige Grad erhöhen können (bislang etwa 0,5 bis 0,7 °C in den letzten 100 Jahren). Zu den Treibhausgasen gehört u.a. die Gruppe der FCKW, Kohlendioxid als wesentlichstes, Methan und Wasserdampf. Vorsichtige SchĂ€tzungen gehen bei weiter anwachsender Bevölkerung in den nĂ€chsten 50 Jahren von einer globalen Temperaturerhöhung um 1,5 bis 4,5 °C aus. Folgen von Temperaturerhöhungen sind z.B. das Steigen des Meerwasserspiegels um etwa 30 cm durch das Abtauen des Polkappeneises oder eine Verschiebung der Klimazonen. Insgesamt ist dadurch mit einer Abnahme der landwirtschaftlich nutzbaren FlĂ€chen zu rechnen - und das bei der weiter steigenden Weltbevölkerung.
Relationen: AtmosphĂ€re  
U  
Umweltbericht
Seit den siebziger Jahren sind Bund, LĂ€nder, Landkreise, StĂ€dte und Gemeinden und seit einiger Zeit auch immer mehr Firmen dazu ĂŒbergegangen, in regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden einen Umweltbericht vorzulegen. Darin stellt beispielsweise eine Gemeinde dar, was sie zum Schutz und zur Sicherung der Umwelt in ihrem ZustĂ€ndigkeitsbereich geleistet hat und welche Vorhaben noch geplant sind. Umweltberichte dienen der Information der Bevölkerung. Sie sind freiwillig.
Umweltschutz
Gesamtheit der Maßnahmen, die Behörden, Unternehmen und Privatpersonen ergreifen, um die Lebensgrundlagen Luft, Boden und Wasser, ihre ZusammenhĂ€nge untereinander sowie das Leben von Mensch, Tier und Kleinlebewesen in ihnen vor nachteiligen VerĂ€nderungen, insbesondere vor nachhaltiger Verschmutzung zu schĂŒtzen.
V  
VDI-Richtlinien
Die VDI-Richtlinien fĂŒr Maximale Immissionskonzentrationen (MIK) befassen sich mit der Festlegung von Grenzwerten fĂŒr bestimmte Luftverunreinigungen. Sie sind definiert als diejenigen Konzentrationen, unterhalb derer nach dem heutigen Wissensstand Mensch, Tier, Pflanze und SachgĂŒter nach Maßgabe der PrĂ€ambel sicher geschĂŒtzt sind. Sie sind gemĂ€ĂŸ dem Auftrag der VDI-Kommission Reinhaltung der Luft Entscheidungshilfen fĂŒr die Ableitung gesetzlicher Normen, ohne jedoch unmittelbaren Bezug auf immissionsschutzrechtliche Bestimmungen aufzuweisen.
Relationen: MIK  
Vorbelastung
Vorhandene Immissionsbelastung ohne den Beitrag der zu beurteilenden Straße.
Relationen: Grundkonzentration  Zusatzbelastung  
W  
Wasserstoff
H2 ist eines der hĂ€ufigsten Elemente auf der Erde. Es verbrennt fast schadstofffrei und hat pro Gewichtseinheit einen etwa 3x so großen Heizwert wie Erdöl. Diese Eigenschaften lassen H2 zunĂ€chst als idealen EnergietrĂ€ger erscheinen. Vor Anwendung muß H2 jedoch von seiner Bindung an andere Elemente gelöst werden. Die H2-Gewinnung kann durch elektrolytische Spaltung aus Wasser oder durch chemische Umwandlungsprozesse aus fossilen EnergietrĂ€gern erfolgen. Derzeit dominieren die auf fossilen EnergietrĂ€gern basierenden Produktionsverfahren (77%). Die Energiegewinnung und die dafĂŒr eingesetzte Art der Energie (ideal ist »Sanfte Energie«) bestimmt letztlich die Ökobilanz. Als alternativer Kraftstoff wird H2 derzeit erprobt. H2-Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor emittieren nahezu kein CO2, nahezu keine kohlenstoffhaltigen Verbindungen und Partikel und nur in geringem Umfang NOx. Die Reichweite von H2-Fahrzeugen ist, wie bei fast allen alternativen Kraftstoffen, eingeschrĂ€nkt. Denn der Energiegehalt pro Volumen betrĂ€gt nur etwa 1/3 im Vergleich zu Benzin. Dies macht auch die Speicherung schwierig. Die technisch und emissionsmĂ€ĂŸig bessere Nutzung von H2 ist, nicht nur im Verkehrsbereich, die Verwendung in der Brennstoffzelle.
Synonyme:
H2
Wind
Der Wind wird durch Geschwindigkeit und Richtung bestimmt.
Relationen: Windgeschwindigkeit  Windrichtung  
Windgeschwindigkeit
Geschwindigkeit des Windes. Es gelten folgende Umrechnungen: 1 m/s = 1.943 Knoten = 3.6 km/h.
Relationen: Wind  
Windrichtung
Die Windrichtung gibt die Richtung an, aus der der Wind weht. Windrichtungen werden in unterschiedlichen Windrichtungsskalen zusammengefaßt. HĂ€ufig ist eine 12 und 16-teilige Untergliederung der Windrichtungen von 0 Grad bis 360 Grad.
Relationen: Wind  
Windrose
Prozentuale Verteilung der WindrichtungshÀufigkeit an einem Standort
X  
Xylol
Xylol welches hĂ€ufig mit Benzol und Toluol unter dem Begriff BTX-Aromaten zusammengefaßt wird, zĂ€hlt zu den einfachsten aromatischen Kohlenwasserstoffverbindungen. Als Bestandteil von Kraftstoffen gelangt es ĂŒber die Kfz-Abgase sowie ĂŒber die Verdunstung aus Kraftstofftanks in die AtmosphĂ€re. Xylol dient auch als Lösemittel fĂŒr Gummi, Lacke und Öl.
Relationen: Benzol  Toluol  
Y  
Z  
Zielwert
Der Gemeinderat der Landeshauptstadt Stuttgart hat 1994 UmweltqualitĂ€tsziele Luft beschlossen. Die Zielwerte sollen kĂŒnftig in zeitlicher Abstufung sowohl punktuell als auch flĂ€chenhaft eingehalten werden.
Zusatzbelastung
Immissionsbelastung, die ausschließlich durch die zu beurteilende Straße hervorgerufen wird.


 
 

© Landeshauptstadt Stuttgart, Amt für Umweltschutz, Abt. Stadtklimatologie