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Maßnahmen

Eine Reduzierung des Wärmeinseleffektes in einer Stadt ist sehr schwierig, da dies tiefgreifende Veränderungen in der Stadtstruktur erfordert. Dies kann nur mit einer langfristig nachhaltigen und zukunftsorientierten Stadtplanung erreicht werden. Mögliche Maßnahmen zielen auf die Reduzierung der Auswirkungen des Wärmeinseleffektes. Dabei wird unterschieden in Maßnahmen mit dem Ziel den Wärmeinseleffekt direkt zu reduzieren und Maßnahmen für eine Anpassung an die gegebene Situation mit dem vorrangigen Ziel die Aufenthaltsqualität in Städten zu verbessern. Einige der möglichen Maßnahmen verfolgen aber auch beide Ziele. Der derzeit zu beobachtende Trend des weltweiten Zuwachs der in Städten lebenden Bevölkerung verstärkt die Problematik des Wärmeinseleffektes, da dieser Zuwachs mit einer Zunahme der städtischen Flächen sowie einer Erhöhung der Baudichte verbunden ist. Im Folgenden werden einige wirkungsvolle Maßnahmen genannt:

1. Die Verwendung von stark reflektierenden Oberflächenmaterialien (Cool Colours) insbesondere bei Dächern (weise Dächer) und Straßenbelägen führt dazu das mehr Sonnenstrahlung reflektiert wird und die Bebauung sich weniger stark erwärmt.

2. Die Verbesserung der Durchlüftung einer Stadt bewirkt einen besseren Abtransport der in den Gebäuden gespeicherten Wärme und verringert den Wärmestau. Außerdem kann durch eine bessere Durchlüftung mehr frische kühle Luft aus der Umgebung in Stadtgebiete geleitet werden. Eine bessere Durchlüftung kann durch das Freihalten und den Ausbau von Kalt- und Frischluftschneisen aber auch durch eine Verbreiterung von Straßenschluchten erreicht werden.

3. Eine Erhöhung des Grünflächenanteils schafft kühlere Flächen innerhalb der Stadtgebiete, da begrünte Flächen sich weniger stark erwärmen und in den Nachtstunden schneller auskühlen. Damit werden Orte geschaffen mit deutlich geringerem auf den Menschen wirkendem Hitzestress. Grünflächen wirken so als Erholungsgebiete für die in thermisch belasteten Stadtgebieten lebende Bevölkerung. Je nach Größe der Grünfläche kann die kühlere Luft über den Grünflächen auch eine Kühlung umliegender bebauter Gebiete bewirken. Bäume wirken auch als Schattenspender und können so an geeigneten Stellen durch den Schattenwurf auf Gebäude, das Aufheizen der Gebäude verringern.

4. Die Verringerung der Baudichte und der Bauhöhe bewirkt eine Verbesserung der Durchlüftung, verringert das Aufheizen der Gebäude durch weniger Mehrfachreflexion von Strahlung und verbessert die nächtliche Wärmeabstrahlung.

5. Das Anlegen von begrünten Dächern und begrünten Fassaden verringert das Aufheizen der städtischen Gebäude.

6. Bauliche Maßnahmen die einen Schattenwurf oder die eine Abschirmung der direkten Sonneneinstrahlung bewirken (z.B. Arkaden) schaffen lokal Orte mit geringerem auf den Menschen wirkenden Hitzestress.


 
 

© Landeshauptstadt Stuttgart, Amt für Umweltschutz, Abt. Stadtklimatologie