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Thermische Auswirkungen von FassadenbegrĂĽnung auf die Urban Canopy Layer
Bachelorarbeit von Herrn Simon Scherzinger (2012)


Zusammenfassung

In der bisherigen Forschung wurden nur wenige quantitative Aussagen über die thermischen Auswirkungen von Fassadenbegrünung gemacht. Im Rahmen dieser Arbeit wurde eine Messkampagne durchgeführt, um weitere Daten zu sammeln
und auszuwerten.

Die Messungen fanden in Freiburg im Breisgau an drei Standorten statt. In der Oberau, an der Pädagogischen Hochschule und im Vauban.
Jeder Standort weist vier Fassadenexpositionen und somit vier Messpunkte auf. Die Messpunkte sind pro Standort jeweils in die Kardinalhimmelsrichtungen Nord, Ost, Süd und West ausgerichtet. Jeder Messpunkt weist eine begrünte und eine unbegrünte Fassade auf. Bei der Pflanzenart handelt es sich an allen Standorten um den Gemeinen Efeu, Hedera helix.

Es wurden die meteorologischen Parameter

•  Oberflächentemperatur To,
•  Lufttemperatur Ta,
•  Relative Feuchte RH (in Dampfdruck VP umgerechnet)

erfasst und ausgewertet. Die Messhöhe betrug 1,5 m über Grund. To wurde von
der begrünten, unbegrünten und der Fassade unter der Begrünung aufgenommen. Ta und RH wurden vor der begrünten, wie auch der unbegrünten Fassade erfasst. Die Aufnahme erfolgte in horizontalen Abständen von 0,3; 0,5 und 1,0 m zur unbegrünten Wand.

An jedem Standort erfolgte eine Messung an einem Strahlungstag. Die Messdauer umfasste 13 Stunden. Das Messintervall in Vauban und an der Pädagogischen Hochschule belief sich auf 30 Minuten, wohingegen in der Oberau ein Messintervall von 45 Minuten gewählt wurde. Am letztgenannten Standort wurden zudem noch 13-stündige Messungen an einem bedeckten Tag durchgeführt.

Im Rahmen der Untersuchungen konnten die nachfolgenden Ergebnisse erzielt
werden: An Strahlungstagen ist die Reduktion von To durch Fassadenbegrünung
stärker ausgeprägt, als am bedeckten Tag. Die begrünten Nordfassaden
weisen mit 22 °C maximaler To, max an einem Messpunkt MP die geringsten
thermischen Auswirkungen auf. Ost-, süd- und westexponierte Fassaden hingegen zeigen starke Anstiege von To, bezüglich aller Fassadenoberflächen. Die stärkste Erwärmung erfahren die unbegrünten Fassaden. To, max eines MP liegt bei 38 °C. Dies entspricht einer langwelligen Ausstrahlung E von 505 W/m². Zwischen kahler Wand und Begrünung beziehungsweise der Fassade unter dem Bewuchs werden maximale To -Differenzen von 17 K erreicht. Die geringsten Tagesamplituden weisen die Fassaden unter der Begrünung auf. Unbegrünte, südexponierte Flächen weisen die höchsten Summen langwelliger Strahlung auf.

Bezüglich Ta ist die Entstehung eines Gradienten vor der begrünten beziehungsweise unbegrünten Fassade nicht nachzuweisen. Erhöhte Werte von Ta vor der unbegrünten gegenüber der begrünten Fassade sind ebenfalls nicht feststellbar.

Der Einfluss einer Fassadenbegrünung auf VP war nur in einem Abstand von
0,3 m bemerkbar. Es zeigten sich leicht erhöhte VP-Werte gegenüber der unbegrünten Wand. Viele der Werte befanden sich jedoch im Rahmen der Messgenauigkeit.

Es konnte nachgewiesen werden, dass Fassadenbegrünungen den thermischen
Komfort für Menschen verbessern können. Hauptverantwortlich für die Linderung der Hitzebelastung ist die Reduktion von To und damit einhergehend die Verminderung der langwelligen Ausstrahlung E. Gebäude so anzulegen, dass sie an lokale Windverhältnisse angepasst sind.


 
 

© Landeshauptstadt Stuttgart, Amt für Umweltschutz, Abt. Stadtklimatologie