Aktuelle Wetterdaten
Lufttemperatur: 3.0 (°C)
Windgeschw.:4.7 (km/h)
Windrichtung: S-S-W, 208.0 °
Globalstrahlung: 0.0 (W/m²)
Niederschlag: 0.0 (ltr/m²)
(Stand: 16.12.2018, 20:00 Uhr,
 S-Mitte, Schwabenzentrum)
Weitere Luft- u. Wetterdaten
Mehr zum Wetter in Stuttgart
Aktueller Sonnenstand
Webcams in Stuttgart
Vorhersage Region Stuttgart 
Vorhersage Europa 
Niederschlagsradar Baden-W. 
Weitere Links
Neues und Aktuelles
3. Fortschreibung des Luftrein- halteplans Stuttgart (Teilplan Landeshauptstadt Stuttgart)
Download LRP (Stand: Nov. 2018)
Grafiken (und Pdf-Dateien) zu den aktuellen Feinstaubwerten der LUBW-Station Am Neckartor
Grafiken PM10
Luft: Neue Pressemitteilungen
Sommertage und Heiße Tage in Stuttgart (Grafiken)
Stadtklimaviewer: Karten und Pläne mit detaillierten Themen- karten zu Klima, Luft und Lärm
Lärmkarten Stuttgart 2017
Lärmaktionsplan Stuttgart
Luftreinhalteplan Stuttgart
Infos zum Feinstaub-Alarm
NO2- und PM10 Überschreitungen
Aktuelle Messwerte an den Messstationen der LUBW
Bildergalerie     Weitere News
Modellierung der thermischen Belastung in urbanen Gebieten als ein Aspekt stadtklimagerechter Planung - Am Beispiel Stuttgart West
Bachelorarbeit von Frau Isa Ghasemi (2012)


Zusammenfassung

Die Stadtklimatologie stellt einen immer wichtigeren Bereich fĂŒr den Menschen dar, angesichts ansteigender Zahlen der Bevölkerung in StĂ€dten oder BallungsrĂ€umen. Thermische Belastung in StĂ€dten nimmt aufgrund sich verdichtender SiedlungsrĂ€ume zu. Umso bedeutender ist es zu wissen, wie sich das stĂ€dtische Bioklima hinsichtlich stĂ€dtebaulicher VerĂ€nderungen, und auch vor dem Hintergrund des globalen Klimawandels, Ă€ndern kann.
Diese Arbeit befasst sich als erstes damit, in die Bereiche Stadtklima und Stadtplanung und deren ZusammenhĂ€nge einzufĂŒhren. Es werden Charakteristika des Stadtklimas nĂ€her beschrieben und erlĂ€utert und inwieweit Stadtplanung Auswirkungen auf das Stadtklima haben kann. Wichtig ist zu berĂŒcksichtigen, welche Rolle lokale meteorologische und topographische Bedingungen, wie etwa die Kessellage Stuttgarts, fĂŒr das Stadtklima haben.

Der Schwerpunkt und das Ziel dieser Arbeit liegen darin, die thermische Belastung mit Hilfe der Modelle ENVI-met und RayMan fĂŒr ein stĂ€dtisches Gebiet zu berechnen. Als Beispiel fĂŒr einen besonders dichten Siedlungsraum ist die Landeshauptstadt Stuttgart ausgewĂ€hlt worden. In dem Stadtteil Stuttgart-West, der durch besonders dichte Bebauungen geprĂ€gt ist, befindet sich das fĂŒr die Berechnungen ausgewĂ€hlte Zielgebiet. Die Bestimmung der thermischen Belastung wird mit dem thermischen Index der Physiologisch Äquivalenten Temperatur (Physiologically Equivalent Temperature, PET) durchgefĂŒhrt.

Um herauszufinden, wie groß die WĂ€rmebelastung in Extremsituationen ist, werden alle Simulationen mit Bedingungen fĂŒr einen heißen Sommertag durchgefĂŒhrt. Es werden jeweils die Situationen fĂŒr 14 MEZ betrachtet. FĂŒr das 478 m auf 378 m große Zielgebiet wird mit ENVI-met flĂ€chenhaft PET simuliert, zum einen fĂŒr den aktuellen Bestandszustand des Gebietes und zum anderen fĂŒr zwei mögliche Planszenarien. Dies ist aufgrund konkreter baulicher Änderung im Ist-Zustand von Bedeutung. In dem Quartier mit der baulichen Änderung befindet sich im aktuellen Zustand das Olga-Krankenhaus, dieses soll einem neuen Wohnkomplex weichen. Als alternatives Szenario werden, statt fĂŒr die geplante Wohnanlage, die thermischen VerhĂ€ltnisse fĂŒr eine grĂŒne Parkanlage simuliert. Außerdem werden fĂŒr fĂŒnf ausgewĂ€hlte Standorte P1 bis P5 in dem Zielgebiet mit RayMan die HĂ€ufigkeiten fĂŒr PET berechnet. Als Datengrundlage dient hierfĂŒr eine Zeitreihe ĂŒber 10 ausgewĂ€hlte Jahre im Zeitraum 2000 bis 2011. Die benötigten meteorologischen GrĂ¶ĂŸen fĂŒr die Berechnung von PET sind Lufttemperatur (Ta), Windgeschwindigkeit (v), relative Luftfeuchte (RH) und die mittlere Strahlungstemperatur (Tmrt).

Bei Betrachtung der Ergebnisse von ENVI-met hat sich herausgestellt, dass die thermische Belastung in dem Zielgebiet insgesamt sehr hoch ist. Es lassen sich in bestimmten Bereichen, wie etwa bei verwinkelten Baustrukturen und versiegelten Böden, Höchstwerte von bis zu PET = 68 °C ablesen. Vor allem das Planungsszenario des neuen Wohnkomplexes weist extrem hohe PET-Werte auf. Niedrigere Werte (PET = 35 °C) sind bei GrĂŒnflĂ€chen und Vegetation zu erkennen, Tiefstwerte von PET = 25 °C nur in verschatteten Bereichen.

Die Ergebnisse mit RayMan zeigen Ähnlichkeiten zu denen von ENVI-met, bei RayMan treten aber niedrigere Maximalwerte von PETmax = 50,2 °C auf. Mit den Ergebnissen von Ray-Man werden die HĂ€ufigkeiten fĂŒr PET ĂŒber den Verlauf des Jahres dargestellt. Die grĂ¶ĂŸte HĂ€ufigkeit fĂŒr starke und extreme WĂ€rmebelastung betrĂ€gt am Standort P5 31,5 % fĂŒr Ende Mai bis Ende August. RayMan gibt insgesamt die VerhĂ€ltnisse besser wider als ENVI-met, bei dem die Höchsttemperaturen unrealistisch erscheinen.

Die Ergebnisse lassen den Schluss zu, dass sich GrĂŒnflĂ€chen und besonders Schattenwurf, sowohl durch GebĂ€ude als auch durch Vegetation, positiv auf die thermische Belastung auswirken. Es ist eine Verschlechterung der thermischen Bedingungen fĂŒr die Umsetzung des neuen Wohnkomplexes feststellbar. Es findet eine Steigerung der thermischen Belastung im Vergleich zum aktuellen Zustand statt.

Es lassen sich deshalb Empfehlungen und Maßnahmen fĂŒr eine Verbesserung der thermischen Situation festlegen. Es gilt GrĂŒnflĂ€chen und Vegetation zu erhalten und neu zu gewin-nen, Bodenversiegelung zu vermeiden und GebĂ€ude so anzulegen, dass sie an lokale WindverhĂ€ltnisse angepasst sind.


 
 

© Landeshauptstadt Stuttgart, Amt für Umweltschutz, Abt. Stadtklimatologie